Pariser Flughäfen optimieren Bordkartenkontrolle

Die Pariser Flughäfen haben in den vergangenen Jahren einen enormen Kapazitätszuwachs erlebt. Allein der Flughafen Charles de Gaulle verzeichnete hier in den Jahren 2006 bis 2010 eine Steigerung von 25 Millionen auf 71,8 Millionen Passagiere. Somit hat der Flughafenbetreiber Aéroports de Paris (ADP) die Pariser Flughäfen weiter ausgebaut und entwickelt

ADP dachte auch über die Automatisierung von Passagierabläufen nach, ein perfektes Instrument zur Abmilderung der Effekte des quasi exponentiellen Wachstums der Kapazitäten. Daher initiierte ADP das Projekt „Accès n° 1“ für den Zutritt von Priority-Passagieren durch Anlagen für automatisierte Bordkartenkontrolle von Kaba. Wenn der einzelne Passagier einen Kontrollpunkt schneller passieren kann, können an diesem Punkt mehr Passagiere abgefertigt werden. So werden Wartezeiten verkürzt, was in der Folge auch zu Kosteneinsparungen durch bessere Einhaltung der Parkzeiten führen kann oder langfristig – auf Seiten des Flughafens – zu gesteigerter Kapazitätsauslastung.

ADP hat sich für die Übergänge von den öffentlichen zu den nicht-öffentlichen Bereichen der Flughäfen für die Schleuse zur automatischen Bordkartenkontrolle von Kaba entschieden. Davor lag ein halbes Jahr eingehender Tests, deren Ergebnis die Erwartungen noch übertraf: Die Schleuse arbeitete schnell, sicher und ohne jeglichen Ausfall. Dieses Ergebnis führte zu einem dreijährigen Rahmenvertrag mit Kaba zur Lieferung und Installation der Schleusen an den Flughäfen Charles de Gaulle und Orly. Projektleiter Pascal Lagarde äußert sich zufrieden: „Von Seiten der EDV ließ sich die Anwendung leicht entwickeln; sie ermöglicht die Steuerung der automatischen Schleusen und die Verifikation der Zutrittsberechtigung von Passagieren anhand von Kriterien der Gesellschaften und Registrierungsklassen. Das System ist zuverlässig, robust und auch sehr modisch und ästhetisch anspruchsvoll gestaltet, so dass es sich leicht in einen Flughafen integrieren lässt.“

Die Lösung von Kaba zur automatischen Bordkartenkontrolle umfasst eine Sensorschleuse mit Schwenktüren, einer ausgeklügelten Sensorik zur effizienten Vereinzelung und einen 2D-Barcodeleser. Die Schleuse kann an die jeweiligen Datenbanken des Flughafens angeschlossen werden; dort erfolgt der Abgleich der an der Schleuse eingelesenen Barcodedaten, woraufhin ein Freigabesignal an die Schleuse zurückgegeben wird, das dann die Öffnung der Türen auslöst. Der Barcodeleser, der mit dem von ADP eingesetzten Datensystem „FluxPax“ interagiert, ermittelt so die Gültigkeit eines Dokumentes viel schneller und vor allem auch wesentlich zuverlässiger als jeder Mensch. Daher kann sich das an der Schleuse eingesetzte Personal auch stärker anderen Aufgaben widmen, beispielsweise der Betreuung von Kindern oder gebrechlichen Reisenden.

Die Lösung ist einfach und intuitiv zu bedienen. Gleichwohl wird der Benutzer mittels Lichtsignalen und Bildschirm durch den kurzen Prüfprozess geführt. Bei Feststellung der Gültigkeit der Bordkarte werden dem Passagier eine Flugbestätigung, das Boardinggate, die verbleibende Zeit und weitere Informationen angezeigt. Die Anlage unterliegt natürlich der Beaufsichtigung durch Personal. Sie kann auch für das Self-Boarding eingesetzt werden. Dann wird die Schleuse mit einem Drucker ausgestattet, der bei Änderungen von Sitz oder Buchungsklasse eine neue Bordkarte ausgibt.

Derzeit hat ADP 20 Anlagen zur automatischen Bordkartenkontrolle in Orly und im Terminal 1 von Charles de Gaulle im Einsatz. Die Auslieferung und Installation weiterer Schleusen dauert an und erstreckt sich nun auch auf Terminal 2. Vielleicht werden in Zukunft die Passagiere an allen Kontrollstellen durch solche Anlagen geführt. Der Flughafenbetreiber hat damit Vorteile für alle geschaffen: Passagiere, Fluggesellschaften und Flughäfen.